Die scheinbare Allmacht der Ohnmacht – Erklärungen von und Strategien gegen ein weitverbreitetes Gefühl

Melanie Wolfers live zu Gast bei "Punkt 1" - Eine Ö1-Sendung mit Hörer:innen-Anrufen

31. März 2023
13:00 - 13:55 Uhr


In Zeiten multipler Krisen scheinen Gefühle der Ohnmacht und Ausweglosigkeit omnipräsent zu sein. Die individuellen Folgen reichen von depressiver Verstimmung über die Einstellung, ohnedies nichts ändern zu können, bis hin zu schweren psychischen Beeinträchtigungen.

Ohnmacht bedeutet immer auch einen gefühlten oder tatsächlichen Kontrollverlust – die eigene Autonomie und damit auch Problemlösungskapazität schwindet angesichts der vielen Hürden, die unüberwindbar scheinen. Ohnmacht kann auch Grund und Folge von Vereinzelung sein, denn der Zusammenhalt in sozialen Gruppen fördert das Gefühl, Probleme lösen zu können, führt eher zur Stärkung des Selbstbildes und zur Selbstermächtigung. Wenn ein Kollektiv der Ohnmacht mit Ideologien und Verschwörungsmythen begegnet, die sich immer gegen anderes und andere richten, dann wird ein Keil zwischen die Mitglieder einer Gesellschaft getrieben. Menschen stehen dann oft einander ohnmächtig gegenüber: unfähig, konstruktiv zu kommunizieren.

Gefühle der Ohnmacht sind auch dem menschlichen Leben als begrenzendes Prinzip eingeschrieben, argumentiert die Philosophin, Theologin und Ordensfrau Melanie Wolfers, deren Buch „Nimm der Ohnmacht ihre Macht“ soeben erschienen ist. Ohnmacht verweist auch darauf, dass nicht alles planbar und machbar ist, dass Vergänglichkeit und Sterblichkeit zum Leben gehören – und auch gedanklich integriert werden müssen. Erst durch eine bewusste Akzeptanz der Gefühle der Ohnmacht lassen sich diese immer wieder von neuem überwinden – mit dem Ziel, ein selbstbestimmtes, einigermaßen angstfreies Leben zu führen.

Der Medienkünstler und Kulturanthropologe Robin Klengel ist einer der künstlerischen Gestalter des diesjährigen Programmes des Grazer Forum Stadtpark, das unter dem Motto „Festung Ohnmacht“ steht. Diskussionen, Performances, Ausstellungen, Workshops und vieles mehr wollen die scheinbare Allmacht der Ohnmacht zu einer öffentlichen Angelegenheit machen und sich auch die Frage stellen, ob – und wenn, wie – Positives aus ihr erwachsen kann.

Über die scheinbare Allmacht der Ohnmacht und die Möglichkeiten eines konstruktiven Umgangs mit ihr diskutieren Melanie Wolfers und Robin Klengel als Gäste von Andreas Obrecht und mit den Hörerinnen und Hörern, die wir wie immer einladen, sich telefonisch an der Sendung unter 0800 22 69 79 zu beteiligen oder ein Mail zu schrieben an

Wie soll auf Ohnmachtsgefühle adäquat reagiert werden? Wann resultieren Wut, Aggression und gesellschaftliche Ungerechtigkeit aus Ohnmacht? Was haben Ohnmacht und Einsamkeit miteinander zu tun? Schüren die Medien Gefühle der Ohnmacht und wenn ja, warum? Herrschen in der Gegenwartsgesellschaft tatsächlich mehr Angst und Ohnmacht als zu früheren Zeiten?

Gäste: Dr. Melanie Wolfers Philosophin, Theologin, Autorin, Ordensfrau & Robin Klengel, Medienkünstler, Kulturanthropologe.

Moderation: Andreas Obrecht

Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

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Service

Aktuelles Buch: Melanie Wolfers (2023): Nimm der Ohnmacht ihre Macht. Entdecke die Kraft, die in dir wohnt. bene! Verlag München

Aktuelle Veranstaltungen: [http://www.forumstadtpark.at/|FORUM STADTPARK] – Festung Ohnmacht von 15.04. bis 16.11.2023