Religion als Sprengstoff?

Melanie Wolfers / Andreas Knapp

Religion als Sprengstoff?

Was man heute über Islam und Christentum wissen muss

Wo hat Toleranz ihre Grenzen? Und wie können wir einander besser verstehen?

In unserer westlichen Welt traut man der Religion nur noch eine geringe Prägekraft zu. Nun aber begegnen wir  immer mehr Menschen, deren Leben zutiefst von ihrem Glauben bestimmt wird: Muslime feiern öffentlich den Fastenmonat Ramadan, islamisch begründete Speisevorschriften beeinflussen die Menü-Angebote in Schulen und Kantinen.

Eine tolerante Gesellschaft trägt religiösen Traditionen Rechnung. Zugleich stellt sich die Frage nach den Grenzen.

Melanie Wolfers und Andreas Knapp stellen fest: Die notwendige gesellschaftliche Debatte krankt oftmals an ihrer Oberflächlichkeit. Wer differenziert mit­reden möchte, braucht Hintergrundwissen über die unterschiedlichen Glaubensvorstellungen. Denn je nachdem, wie man sich Gott vorstellt, ändert sich auch die Sicht auf den Menschen. Und dies wirkt sich aus, zum Beispiel auf die Rolle der Frau, auf das ­Verhältnis von Religion und Staat oder auf die Ausübung von ­Gewalt im Namen Gottes.

Ihr Buch richtet sich an Menschen, auf die ein öffentlich gelebter Glaube befremdlich wirkt und die sich im Blick auf die aktuellen Herausforderungen mit dem Islam und den eigenen Wurzeln auseinandersetzen wollen. Es richtet sich an Christen, die ihren Glauben und dessen persönliche und gesellschaftliche Bedeutung besser verstehen wollen. Und indem das Buch Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Islam und Christentum darstellt, liefert es Basiswissen für den interreligiösen Dialog.

bene! Verlag 2018, 160 Seiten, Klappenbroschur, ISBN 978-3-96340-004-9


Empfehlung

 

Es ist ein hochbrisantes aber zutiefst notwendiges Anliegen dieses Buches, einen ehrlichen interreligiösen Dialog auf Augenhöhe zu führen und gleichzeitig die Chancen wie die Inkompatibilitäten für ein bereicherndes gesellschaftliches Zusammenleben aufzuzeigen.

Bischof Dr. Manfred Scheuer, Linz

 

Ausführliches Statement:
Unter MEHR: Zur Religionsfreiheit, zum Respekt und Toleranz gegenüber anderen Religionen, zum friedlichen Dialog mit ihnen gibt es vom Zweiten Vatikanischen Konzil her keine Alternative. Tolerant kann jedoch nur sein, wer einen Standpunkt hat. Die Toleranz rät nicht, dass wir im Gespräch mit den Religionen und Kulturen Unterschiede kaschieren, sondern dass wir sie aushalten im Respekt voreinander. Ein fruchtbarer Dialog soll also nicht naiv sein, weder fundamentalistisch im Hinblick auf die eigene Glaubensüberzeugung, noch geprägt von einer gleichgültigen und permissiven Toleranz. Der Dialog mit anderen Religionen und Kulturen braucht Klarheit, Klugheit und Vertrauen, die Überzeugung des eigenen Glaubens und das Wissen um die eigene Tradition (Paul VI).

Das Buch von Melanie Wolfers und Andreas Knapp „Religion als Sprengstoff? Was man heute von Islam und Christentum wissen muss“ sehe ich als wichtigen Beitrag für einen solchen Dialog. Die vermehrte religiöse Sprachlosigkeit der säkularen Gesellschaft qualifiziert die Vertreter der Kirchen zu versierten Gesprächspartnern, die als Katalysatoren dienen können. Zum einen um ein Weltbild, das von Grund auf religiös geprägt ist, in unsere Gesellschaft hinein zu übersetzen. Zum anderen um in eine fundierte kritische Auseinandersetzung zu treten, die sich um Fragen dreht, die das vorliegende Buch benennt: Welche Grenzen müssen gesetzt werden, damit unsere westlichen Werte und unsere Kultur keinen Schaden nehmen? Wo bedroht die Radikalität von Religion die Fundamente unserer von Freiheit und Demokratie geprägten westlichen Gesellschaft? Diese Fundamente sind wesentlich vom Christentum mitbestimmt und getragen. Sie sind unverzichtbar.
Die kritischen Anfragen an den Islam dürfen also in falsch verstandener Toleranz nicht unterbleiben oder tabuisiert werden. Denn was bedeutet es beispielsweise, dass in islamischen Gesellschaften Nichtmuslime vielfach als Menschen zweiter Klasse angesehen und behandelt werden? Was heißt das, wenn immer noch einflussreiche islamische Strömungen, die patriarchalen Verhältnisse festschreiben und das mit dem Koran begründen? Was heißt das, wenn in manchen islamischen Staaten und Gesellschaften Gott als eigentlicher Gesetzgeber gilt, der Staat somit religiös begründet und keinem Muslim es erlaubt wird, die „wahre Religion“, d.h. den Islam zu verlassen?

Religionsfreiheit und die Anerkennung der Würde jedes Menschen sind mühsam errungene Werte unserer Gesellschaft. Diese Erkenntnis verbindet sich mit einem selbstkritischen Blick auf die Rolle der Kirchen in den vergangenen Jahrhunderten. Aber die Auseinandersetzung wird auch dem Islam nicht erspart bleiben. Nur in der grundsätzlichen Akzeptanz dieser Werte entgeht der Islam der Gefahr, Parallelgesellschaften zu etablieren, die unsere Wertebasis unterminieren.
Es ist somit ein hochbrisantes aber zutiefst notwendiges Anliegen dieses Buches, einen ehrlichen interreligiösen Dialog auf Augenhöhe zu führen und gleichzeitig die Chancen wie die Inkompatibilitäten für ein bereicherndes gesellschaftliches Zusammenleben aufzuzeigen.

Bischof Dr. Manfred Scheuer

 

Andreas Knapp und Melanie Wolfers stellen die Grundzüge des christlichen Glaubens unverkürzt und gut verständlich dar, schlagen Brücken zum muslimischen Glauben und benennen die Unterschiede. Das Buch ist ein wertvoller Begleiter für die am eigenen Glauben interessierten oder für die, die das Christentum aus einer muslimischen Perspektive kennenlernen wollen.
Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien

 

Ausführliches Statement:
Unter MEHR: Über den eigenen Glauben Bescheid zu wissen, ist für alle Christen unerlässlich. Heute ist der Islam in Europa eine Wirklichkeit, der wir begegnen. Ein verständliches Buch über den christlichen Glauben, das mit dieser Begegnung ernst macht, ist dringend notwendig. Andreas Knapp und Melanie Wolfers haben sich diese Aufgabe gestellt. Sie stellen die Grundzüge des christlichen Glaubens unverkürzt und gut verständlich dar, schlagen Brücken zum muslimischen Glauben und benennen die Unterschiede. Das Buch ist ein wertvoller Begleiter für die am eigenen Glauben interessierten oder für die, die das Christentum aus einer muslimischen Perspektive kennenlernen wollen.
Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien