Hier

Hier

Kürzlich bin ich durch ein Dorf gefahren, dessen Name es mir angetan hat. Er lautet: Hier.

Wau, was für ein Ortsname! Ehrlich gesagt, wenn ich gefragt würde: „Wo wohnst du?“, fände ich es großartig, antworten zu können: im Hier und Jetzt. Denn wirklich ist allein das Hier und Jetzt! Nur wer ganz gegenwärtig ist, den vermag das Leben wirklich zu berühren – in seiner überraschenden Schönheit und Fülle. Und in seiner Härte und Herausforderung.

Erich Kästner, dessen Bücher 1933 von den Nationalsozialisten ins Feuer geworfen worden sind, sagte in seiner Rede anlässlich des 25. Jahrestages der Bücherverbrennung: „Später war es zu spät.“ Egal in welchem – möglicherweise auch frommen – Gewand menschenfeindliche Ideologien daherkommen: Gegen Menschenverachtung hilft keine Geduld, sondern nur: aufstehen, widersprechen, handeln – und zwar jetzt.